"Malerei auf Papier und Scherenschnitte" kommen als Kombination bei einem Künstler
wohl eher selten vor. Bei Thomas Heyl fügen sich die verschiedenen Teile seines Werkes
in ein Gesamtbild. Geboren 1960 studierte der Künstler an der Kunstakademie München
und war Professor an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg/Br.
Dokumentiert werden seine Arbeiten in vier gelungenen Katalogen (2013-2023), von denen
zwei die Bilder und je einer die Malerei und die Scherenschnitte enthalten - erfreulich und
auffallend sind dabei die gelungenen Photographien und das feine Papier: eine geradezu
"vornehme" Gesamtgestaltung.
Die Ausstellung von 14 Arbeiten (aus den Jahren 2021-2026) - bei denen die Malerei konkret
und narrativ erscheint und irgendwo zwischen abstrakt und gegenständlich steht, und dann
die Scherenschnitte weiterführen - in der zunehmend Bedeutung gewinnenden Gallery Panta
Rhei wurde kuratiert von der Co-Galleristin und Künstlerin Jordana Rae Gassner (urspr. USA).
Thomas Heyl verwendet in der Mehrzahl der gezeigten Werke Farben zurückhaltend; im
Gegensatz dazu zeigen einige Arbeiten kräftige, großflächige Farben, denen man den
Schwung beim Auftragen geradezu ansieht. Ein anregendes Gespräch mit dem anwesenden
Künstler ergab, dass beide Arten des Malens gleichermaßen zu seinem Konzept gehören.
Für mich sind zwei Arbeiten eindrucksvoll, auf die ich hier hinweisen möchte. Ich nenne:
o.T. (bedauerlicherweise oder erfreulicherweise!), Schnitt von unserem Jahr 2026, Acryl
auf Pergamentpapier, in hellem grau gehalten, mit roten Spritzern. Ich meinte, ein größeres
rotes Gesicht und eine kleine rote Frau "entziffert" zu haben, die Galeristin war nicht davon
überzeugt!! Ausdrucksstark war u.a. auch: o.T., Acryl auf Pergamentpapier, Schnitt 2026.
Sehr sehenswert!