Anima / Animal. Mo, 28.09.2026
Gruppenausstellung von acht zeitgenössischen Malerinnen und Malern aus verschiedenen Kulturkreisen

Der Kontext zwischen Mensch und Tier bzw. die Bedeutung der Tiere für den Menschen ist eine Konstante in der Geschichte. Schon im griechischen Altertum zeigen auch Gräber diese Verbindung, wenn beispielsweise berichtet wird, dass ein Pferd mit seinem Reiter (bzw. der Reiter mit seinem Pferd!) bestattet wird. In dieser gelungenen Ausstellung wird diese Konstante mit Werken von acht Malerinnen bzw. Malern aus verschiedenen Kulturkreisen und verschiedenen Jahren gezeigt, von denen ich nur eine (recht subjektive) Auswahl skizziere.

In der Ausstellung (und in allen seinen Arbeiten) benutzt Zhao Bin (Changsha/China und München) bei seinem großen Gemälde "Kraftvoller Panda" das Tier als männlichen Beobachter, der eine Gruppe von sich am Strand vergnügenden jungen Frauen aufmerksam in Augenschein nimmt, Dieses Gemälde lädt zu einem Dialog ein mit dem eindrucksvollen Triptychon "The Law of the Jungle". das gegenüber platziert ist. Barbara Muhr, die studierte Anglistin und bildende Künstlerin (ich habe den Werdegang der Trägerin des Kulturförderpreises Regensburg 2023 anläßlich ihrer Einzelausstellung zu Jahresbeginn an dieser Stelle skizziert) zeigt auf der linken Tafel einen gekrönten Mann und eine Frau zu seinen Füssen, das Bild in der Mitte einen Tiger, der über eine angedeutete Frau springt, während das Gemälde zur Rechten die Verhältnisse umkehrt: Eine hoch aufgerichtete Bikini-Frau erlebt/erduldet an ihren Beinen einen kauernden, um ihre Aufmerksamkeit bemühten Mann: Eine eindrucksvolle Darstellung der gesellschaftlichen Entwicklung der vergangenen Zeit ...

Als weiteres Beispiel in der Ausstellung ist das ebenfalls großflächige Bild "I dream of" von Lisa Beane (Richmond/USA und Regensburg). Ihre Arbeiten zeigen die Spannung zwischen Hoffnung und Desillusion. Beim präsentierten Werk zeigt die Künstlerin - nach eigenem Bekunden - links in hoffnungsvollem Gelb die Getreideflächen der Ukraine u.a. mit einem Schwan und einem Engel mit Flügeln, rechts eine rosa umrandete Fläche: Ich möchte hier im zarten Grün Zeichen der Hoffnung sehen - wider die gegenwärtige Hoffnungslosigkeit.