Cherie Birkner - Isabell Kessler - Veronika Hubert Natter - Janina Wagner
Die "Frauenbilder" versammeln 21 ausdrucksstarke Photographien (sehr verschiedenen Formats) in vier Gruppen,
den ausstellenden Künstlerinnen entsprechend, dazu abwechslungsreich und reichlich verschiedener Thematik zugewandt.
Cherie Birkner stammt aus dem US-Bundesstaat Oregon (geb. 1988), sie lebt und arbeitet seit Jahren in Berlin und konnte
Werke bereits in verschiedenen Ausstellungen präsentieren. Hier zeigt sie vier bunte Werke erotischen Charakters; der
Katalog beschreibt das als "hedonistische Art der weiblichen Emanzipierung". Ob hier die Darstellung der blutigen Brust
wirklich geeignet ist? Die vier Arbeiten wurden 2022/2025 geschaffen.
Isabell Kessler wurde 1994 in Schlema/Sachsen geboren; sie stellt hier fünf Arbeiten in Schwarz-Weiß vor, die ich im
weiten Sinn als "aus dem täglichen Leben gegriffen" zusammenfassen möchte. Auch diese Künstlerin ist ausstellungserfahren.
Veronika Hubert Natter (1986 in Regensburg geboren, jetzt in Berlin) zeigt fünf bunte Arbeiten, zwei davon zeigen keine
Menschen, sondern wirken etwas wie Arbeiten von Lena Schabus (eine der Künstlerinnen der Galerie). Als übergreifendes
Thema könnte ich mir für diese Photographien so etwa "Freizeit" vorstellen. Auch diese Künstlerin war schon bei Ausstellungen
präsent.
Das gilt besonders für Janina Wagner, die bereits an diversen Ausstellungen beteiligt war. Auch sie lebt und arbeitet in Berlin.
Hier stellt sie geradezu als Bilderzyklus von sieben bunten Aufnahmen die transe Person Maeve im militärischen Dienst bei
der Bundeswehr vor. Der entsprechende Hinweis im Katalog scheint mir etwas undurchsichtig zu sein:
Meave beschreibt eine Situation ohne Diskriminierung, aber mit dem Gefühl, man/frau spüre die Andersartigkeit.
Die "Frauenbilder" zeigen einige Aufnahmen, die wohl eine soziologisch verständliche Auswahl möglicher Frauenbilder
darstellen, Desto eher fällt natürlich auf, wovon hier keine Rede ist, z.B. von Frauen bei Berufs-, Care- bzw. Hausarbeit, bei
der Kind(er)erziehung, im Gebet u.a. Die Frauen sind hier (mit einer Ausnahme von zwei Frauen) quasi porträtiert oder einsam
oder isoliert - und da kein Mann vorkommt, ist dies u.U. ein eher schüchternes Zeichen von angestrebtem Feminismus.
Für die Ausstellung hilfreich wäre auch ein Hinweis auf das Entstehungsjahr der einzelnen Arbeiten, um Entwicklungen
sehen zu können und Vergleichbarkeit zu ermöglichen.