Die ver – rückte Diagonale Mi, 02.04.2025
"How to be normal and the Oddness of the Other World" von Florian Pochlatko AT 2025 war der groß angekündigte Eröffnungsfilm der diesjährigen Diagonale. Pia ist verrückt sagen die Ärzte, die Eltern und ihre Freunde. Sie ist 20 und gerade aus der Psychiatrie entlassen, oder besser gesagt in die sogenannte "normale" Welt hineingeschleudert worden. Alle um sie herum benehmen sich eigenartig. Wollen sie "zurechtrücken". Ihren Kopf wieder "geraderücken" damit er in die normale Welt passt. Die Umgebung nimmt Rücksicht im Job, versucht bestimmte Worte nicht zu gebrauchen und daheim werden alle gefährlichen Gegenstände entfernt. Die ganze Familie isst mit Plastikbesteck, weil sich Pia ritzt. Die Mutter sucht esoterische Hilfe, die Firma des Vaters, wo auch Pia einen Pseudojob bekommen hat, wird aufgekauft. Der Vater will dies nicht wahrhaben, verweigert die Realität. Seine Welt ist ver - rückt. In Wirklichkeit sind alle verrückt – außer Pia. Sie ist mit ihren guten und bösen Dämonen im Kopf eigentlich nur etwas zur Seite gerückt.

Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich zahlreiche kleine Filme im Film, wobei die Gesellschaft verrückt erscheint. In dieser sogenannten normalen Welt, wo niemand die Realität wahrhaben möchte, am wenigsten ihre Eltern, schafft sich Pia eine eigene Realität im Kopf.

Es bleibt dem Zuschauer überlassen, ob er "The Oddness of the Oher World" in Pias Kopf sieht, oder in einer aus den Fugen geratenen Welt. Am Ende landet Pia wieder in der Psychiatrie, wo sie dieselben Patienten wieder trifft und freundlich empfangen wird – alles scheint gut zu sein in dieser heilen Welt und Pia darf Pia sein.

Ein großartiger Film, mit großartiger schauspielerischer Leistung von Luisa-Celine Gaffron in der Hauptrolle. Ab Herbst in den österreichischen Kinos.

©: Foto D25 Golden Girls Film